Skip to Content

Harmonie

Harmonie

Die Spielregeln des Systems befolgen

Die vorherige Diskussion ruft nach der Frage, wer dieses Gesetz denn durchsetzt, wenn dies nicht die Menschen durch­setzen «dürfen» oder müssen. Wer massregelt die «Übeltäter»? Diese Frage ist um so interessanter, weil wir alle dieses Gesetz vermut­lich mehrmals täglich verletzen. Lassen wir die Frage nach dem Richter einmal offen und betrachten wir was passiert, wenn ein Wesen dieses Gesetz verletzt:

Bei der Betrachtung der Bedürfnisse der Menschen haben wir gesehen, dass wir zuerst die Sicherung der physischen Existenz anstreben und als höchste Stufe jeweils das totale Glück, Selbsterfüllung, Harmonie und Friede mit uns selbst suchen - oder wie man das höchste aller Ziele immer nennen mag. Wir können wohl davon ausgehen, dass eine analoge Bedürfnis­hierarchie auch bei Tieren und Pflanzen besteht, sie also eben­falls einem Zustand der totalen Erfüllung zustreben.

Ersatzhandlungen

Betrachten wir den Aufwand, den gewisse Menschen treiben, um das oben erwähnte Glücksgefühl auch nur kurzzeitig zu spüren, so wird klar, dass viele von uns eigentlich schon lange nach Möglich­keiten zum Erreichen der dauernden Harmonie mit sich selbst, also der obersten Stufe der Bedürfnisse, suchen. Nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, was alles unternommen wird:
  • Überwindung der Todesangst: Man setzt sich einer grossen Lebensgefahr aus, um nach dem Überleben der Situation für kurze Zeit ein unbeschreibliches Glücksgefühl zu spüren. Dabei spielt es in den meisten Fällen eine untergeordnete Rolle, ob diese Lebensgefahr objektiv vorhanden ist oder nur subjektiv als grosse Lebensgefahr wahrgenommen wird. Beispiele von sol­chen Tätigkeiten sind ungesichertes Klet­tern in einer Felswand, Skiabfahrten über senkrechte Fels­wände, Sprünge ins unbe­kannte Wasser aus grosser Höhe, Wasser-Canyoing, Boots­fahrten über Wasserfälle, Bungee­jumping, Fahrten auf gewissen Bahnen in Vergnügungs­parks, aber auch das Spielen von bestimmten Computer­spielen.
  • Grosse Leistungen vollbringen: Der erste, beste, schnellste oder schönste zu sein, welcher irgend etwas gemacht hat oder immer noch macht, führt ebenfalls - zumindest für kurze Zeit - zum Erleben eines Glücksgefühls der Art «Ich bin der Grösste, der Beste». Bei diesen Aktivitäten spielt das Publikum häufig eine grosse Rolle, man muss die entspre­chende Person sehen können, sich allenfalls mit ihr identifi­zieren können. Dadurch wird ein Teil des kurzzeitigen Glücksgefühls auch auf die Zuschauer übertragen. Beispiele: Veranstaltungen aller Art im Spitzensport, Miss- oder Mister-Wahlen, Guinness Buch der Rekorde, usw.

Wie aus obigen Beispielen ersichtlich ist, sind sehr viele von uns - in der Regel unbewusst - auf der Suche nach Möglich­keiten zur Erreichung der persönlichen Harmonie, der obersten Stufe in der Prioritätenliste der menschlichen Bedürfnisse. Irgend etwas zieht uns, wir wollen «uns selbst finden», «etwas erleben» meistens ohne selbst wirklich zu verstehen, was wir damit meinen.

Werbung spricht unsere Bedürfnisse an

In keinem Industriezweig werden die Bedürfnisse der Menschen so intensiv untersucht, wie in der Werbung. Wenn man weiss, wonach die potentielle Käuferschicht eines Produktes oder einer Dienstleistung wirklich strebt, wo diese Personen ihre höchsten Prioritäten setzen, kann man genau diese Bedürfnisse in der Wer­bung ansprechen und damit sehr viel Geld verdienen!

Das Streben nach Harmonie und Glücklichsein, nach einem Leben in Liebe und Frieden wird deshalb in der Werbung häufig ausge­nutzt: Zuerst sieht man eine leidende Person, welche ein Gebre­chen, eine Krankheit oder ein Problem hat, dann ein Produkt (Pille, Salbe, Esswaren, Getränk, Auto, Waschpulver, Software, Com­puter, Telefon, Ferienort, usw.) und schlussendlich dieselbe Per­son, welche dank der Verwen­dung des gezeigten Produktes glücklich ist. Oftmals wird auch nur die glückliche Person zusam­men mit dem Produkt gezeigt. Achten Sie einmal bewusst darauf, wie häufig die Werbebot­schaften unabhängig vom angebotenen Produkt nach diesem Muster aufgebaut sind.

Die Bedürfnisse des Menschen

Warum gehen die meisten von uns Menschen täglich zur Arbeit, weshalb leben wir mit einem Partner zusammen, wes­halb zeugen wir Kinder? Was wollen wir damit erreichen? Wonach streben wir eigentlich? Geht es nur darum, unsere Nahrung zu beschaffen, uns fortzupflanzen oder wollen wir möglichst viele Gegenstände kaufen, Aktien von Firmen besit­zen, Karriere machen, in die Geschichte eingehen, Macht über andere ausüben?

Über die Zielsetzungen und Ursachen der menschlichen Hand­lungen ist schon sehr viel geschrieben worden, wir
wollen hier deshalb das aus unserer Sicht wichtigste der verschiedenen Theo­rien extrahieren und uns eigene Gedanken dazu machen.

Inhalt abgleichen