Geschönte Umweltbilanz des AKW Beznau

In der «Umweltdeklaration KKW Beznau» ermittelt die NOK (Tochterfirma der AXPO), wie stark die Produktion von Atomstrom die Umwelt belastet – hinuntergerechnet auf eine Kilowattstunde. Grundlage dieser Ökobilanz bilde der «gesamte Kernbrennstoffzyklus und alle dazugehörigen Prozesse», behauptet die NOK.Nachforschungen von Greenpeace zeigen nun aber, dass die NOK bezüglich der Herstellung der Brennelemente falsche und unvollständige Angaben macht, was die Aussagekraft der Umweltde-klaration erheblich vermindert.

Die wichtigsten Befunde gemäss Greenpeace:

  • Für die Brennelemente aus Wiederaufarbeitungsuran (sog. ERU-Brennstoff) wird nicht, wie im NOK-Bericht behauptet, vor allem «überschüssiges Uran aus der Kernwaffenabrüstung» – also russisches Atombombenmaterial – verwendet. Zum Einsatz gelangt wesentlich weniger hoch angereichertes spaltbares Material aus Antriebsreaktoren und aus einem russischen Brutreaktor. Die NOK trägt somit nicht zur atomaren Abrüstung in Russland bei.
  • Bevor das Material in den für die NOK bestimmten ERU-Brennstoff eingebaut werden kann, muss es im russischen Mayak – einem der weltweit berüchtigtsten Atomkomplexe, der ganze Landstriche verseucht – wiederaufbereitet werden. Auf der NOK-Liste der russischen Zulieferer fehlt jeder Hinweis auf die Produktionsstätte Mayak.
  • Es gibt starke Anhaltspunkte dafür, dass der Löwenanteil des schweizerischen Urans gar nicht in die Schweiz zurückkehrt und in hiesigen AKW wieder verwendet wird. Vielmehr enden aus technischen Gründen bis zu 80 Prozent des Schweizer Urans im Brennstoff für Reaktoren des Typs Tschernobyl und tragen so zum Weiterbetrieb dieser katastrophenträchtigen Atomkraftwerke bei.

«Eine Ökobilanz, die solche Informationen vorenthält, ist geschönt», sagt Atomexperte Leo Scherer. «Die Angaben im Umweltbericht der NOK basieren auf den Standards westlicher Anlagen und Verfahren. Würde von den Zuständen in den Produktionsstätten ex-sowjetischer Bauart ausgegangen, käme eine ganz andere Umweltbilanz zutage.» Greenpeace fordert die NOK deshalb auf, die Umweltdeklaration vom Internet zu entfernen. Sie soll auch aus Publireportagen und Inserate-kampagnen verschwinden bis die korrekten Angaben vorliegen.

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