Atomkraft

Infos zum Thema Atomenergie, Atomkraft und Kernkraftwerke. Vorteile, Nachteile und Zusammenhang mit der Klimaerwärmung.

Wieviel CO2 produziert Strom aus Kernkraftwerken?

Ist Atomstrom tatsächlich CO2-frei?

Immer wieder führt ein Teil der Stromunternehmen das Klimaargument für Kernkraftwerke ins Feld. Wie viel des schädlichen Treibhausgases CO2 im Atomstrom tatsächlich enthalten ist, hängt von der konsultierten Studie ab und kann nur abgeschätzt werden, da weder für den Rückbau noch für die Lagerung der atomaren Abfälle Erfahrungen bestehen.

Dezentrale Stromproduktion ist attraktiv

In einer repräsentativen Umfrage in Deutschland haben 84% aller Befragten angegeben, dass sie für den Ausbau der dezentralen Stromversorgung sind. Statt weiterhin Energie von Großkraftwerken zu beziehen, wünscht sich die breite Mehrheit der Verbraucher in Deutschland, Strom künftig selbst produzieren zu können.

Prognos-Studie: Renaissance der Kernenergie?

Atomkraft-Befürworter werden nicht müde zu betonen, wie stark die Atomindustrie wachse und wie sehr Atomkraftwerke - auch im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung - an Bedeutung gewinnen würden. Die im Auftrage des Deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz durch Prognos durchgeführte Studie verfolgte das Ziel, eine realistische Einschätzung der künftigen weltweiten Nutzung der Kernenergie bis zum Jahr 2030 vorzunehmen. Dabei wird die Frage beantwortet, ob es voraussichtlich zu einer Renaissance ihrer Nutzung kommen wird.

Kosten für finnisches Atomkraftwerk laufen davon

Die Kosten für das einstige Vorzeigeprojekt der Atomindustrie in Finnland (Atomkraftwerk Olkiluoto) laufen immer mehr davon. Nun hat der Erbauer, der französische Atomgigant Areva gedroht, den Bau solange zu unterbrechen, bis der finnische Kunde TVO eine neue Vereinbarung über die Kosten und Fristen für den Bau des Kernkraftwerks zustimme.

Geschönte Umweltbilanz des AKW Beznau

Recherchen von Greenpeace zeigen: Die Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK) informieren in ihrem Umweltbericht zum AKW Beznau nicht korrekt über die Herstellung von Uranbrennstoff. Greenpeace fordert die NOK daher in einem offenen Brief auf, die falsche Umweltdeklaration vom Internet zu nehmen und aus Publireportagen und Inseraten zu streichen bis sie korrigiert ist.

Kernkraftwerke behindern Ausbau der erneuerbaren Energien

Eine Laufzeitverlängerung für bestehende AKW's würde den Ausbau von erneuerbaren Energien behindern

Eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke würde Investitionen in erneuerbare Energien verhindern und damit deren Ausbau bremsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wuppertal Instituts, die vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben wurde. "Atomkraft ist eben keine 'Brückentechnologie'. Wer die erneuerbaren Energien wirklich ausbauen will, muss beim Atomausstieg bleiben."

Pumpspeicherung: Pumpspeicherkraftwerke dienen nur dem Gewinn

Wasserkraft ist saubere Energie. Doch die sogenannten Pumpspeicherkraftwerke fressen mehr Strom, als sie produzieren und sind ein Verlustgeschäft für Natur und Klima. Ausgerechnet diese will die Stromwirtschaft im grossen Stil ausbauen. Aber mit »Ausbau der heimischen Wasserkraft « hat Pumpspeicherung nichts zu tun.

Wir präsentieren Zahlen und Fakten.

Keine unbefristete Betriebsbewilligung für das Kernkraftwerk Mühleberg

Gegen eine unbefristete Betriebsbewilligung für das Atomkraftwerk Mühleberg (BKW) wurden im Juli 2008 rund 1'900 Beschwerden eingereicht. In der Zwischenzeit haben der AKW-Betreiber BKW und die Aufsichtsbehörde ENSI (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) zu den Einsprachen Stellung genommen.

Atomkraftwerke zur Lösung der Klimaerwärmung?

Amory B. Lovins, Imran Sheikh und Alex Markevich: Vergesst doch die Atomkraft!

Stets hat man uns gesagt, Atomenergie sei ein blühender Industriezweig, der eine spektakuläre Renaissance erlebe, denn sie sei bewährt, nötig, wettbewerbsfähig, zuverlässig, sicher, verlässlich, weit verbreitet, immer beliebter und CO2-frei. Sie sei ein perfekter Ersatz für die Kohlekraftwerke mit ihrem hohen CO2-Ausstoss. Neue Atomkraftwerke seien also im Interesse des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie und des wirtschaftlichen Wachstums.

Wer baut neue Atomkraftwerke?

Viel ist zu hören von einer sogenannten Renaissance der Atomenergie. Einerseits der Klimawandel und andererseits steigende Energiepreise haben dazu geführt, dass die grossen Energieanbieter nicht müde werden zu betonen, Atomkraftwerke würden diese Probleme lösen. Betrachten wir deshalb einmal die weltweite Situation: Wer baut neue Atomkraftwerke und weshalb?

«In Tschernobyl wächst die Artenvielfalt»

Desinformation und Greenwashing rund um Atomkraftwerke: Um die Akzeptanz für die gefährliche Atomenergie zu erhöhen, werden gezielte und kostspielige «Greenwashing»-Kampagnen gefahren. Ein Augenschein im Reich der Halbwahrheiten.

Radioaktiver Staub für Schweizer Atomstrom

Atomstrom ist nicht so sauber, wie es die Atomlobby gerne erzählt. Der französische Atomkonzern AREVA baut in Niger Uran ab und schützt weder die Angestellten noch die Bevölkerung vor radioaktiver Verseuchung.

Atommüll: Ablenken und Verbergen

Obwohl bereits in den 40er-Jahren klar war, dass Atomkraftwerke radioaktiven Müll produzieren, hatte sich beim Bau des ersten Schweizer Reaktors noch niemand damit auseinandergesetzt. Heute gibt es noch immer keine langfristig sichere Lösung für die Lagerung der anfallenden Abfälle. An einer internationalen Tagung im Oktober 2007 kümmerten sich «Atommüll-Entsorger» nur um die sozio-politischen Schwierigkeiten. Damit wird vom eigentlichen Problem abgelenkt: Den für Mensch und Umwelt giftigen Müll werden wir nicht mehr los.

Gibt es eine Renaissance der Kernenergie?

Analysiert man die realen Projekte für neue Atomkraftwerke und nicht die Absichtserklärungen, gibt es bisher keine Renaissance der Kernenergie, da es kaum konkrete belastbare Entscheidungen für neue Reaktorprojekte gibt. Es bleibt aber festzuhalten, dass eine angestrebte Renaissance der Kernenergie mit Risiken verschiedener Art verbunden ist:

  • Analysen der wesentlichen Faktoren, die zu Kosten und Kostenveränderungen beitragen, zeigen auf, dass große Risiken hinsichtlich der Kostenentwicklung bestehen. Dies wird durch die Erfahrung mit aktuellen Projekten, insbesondere in Finnland, bestätigt. Die realen wirtschaftlichen Kosten für neue Reaktoren, wie sie derzeit auf dem Markt angeboten werden, können nicht seriös bestimmt werden. Deshalb besteht ein hohes Investitionsrisiko, das je nach finanzieller Konstruktion der Verträge vom Betreiber, vom Hersteller oder vom Staat (bzw. deren Finanziers) getragen werden muss.
  • Bei neuen Reaktoren bestehen im Prinzip die gleichen technischen Risiken wie bei den bisherigen Reaktoren; schwere Unfälle sind weiterhin nicht auszuschließen.
  • Hinzu kommen sicherheitspolitische Risiken. Diese würden sich bei einer unterstellten Renaissance der Atomenergie durch die zunehmende Zahl der Reaktoren und der reaktorbetreibenden Länder massiv vergrößern.

Kosten von Strom aus neuen Atomkraftwerken

Bei Diskussionen über die Kosten von Strom aus Atomkraftwerken wird in aller Regel mit Kosten aus heutigen Atomkraftwerken argumentiert. U.a. wegen gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit werden neue Atomkraftwerke wesentlich teurer. Anhand der Baukosten für den neuen Atomreaktor in Finnland wird gezeigt, dass allein die Amortisationskosten eines AKW's die Dimension der heutigen Kosten von Strom aus Windkraft erreichen!

Aus dieser einfachen wirtschaftlichen Betrachtung kann der Schluss gezogen werden, dass der Bau von neuen Atomkraftwerken schon aus rein ökonomischen Gründen nicht mehr sinnvoll ist. Ganz abgesehen von der ungelösten Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle, der stark begrenzten Verfügbarkeit von Uran als Brennstoff, dem nuklearen Risiko und dem Proliferationsrisiko, der ungenügenden Haftpflichtversicherung, sowie der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung.

 

Die Mythen der Atomkraftwerke

Das deutsche Bundesamt für Umwelt hat eine interessante und gut lesbare Broschüre mit dem Titel "Atomkraft - Ein teurer Irrweg" herausgegeben. Darin wird u.a. thematisiert:

  • Abhängigkeit der Uran-Importe vom Ausland, Versorgungssicherheit
  • Kosten von Atomstrom
  • Generieren oder sichern Atomkraftwerke Arbeitsplätze?
  • Rolle der Kernkraft im Zusammenhang mit dem Klimawandel

Eine ebenfalls sehr informative Broschüre mit dem Titel "Risiko Atomkraft - Warum der Ausstieg aus der Atomkraft der einzig richtige Weg ist" hat Greenpeace publiziert. Es werden ähnliche Themen diskutiert wie oben erwähnt, aber teilweise mehr Hintergrundinformationen dazu geliefert.

Atomkraftwerke erhöhen Krebsrisiko

In Deutschland ist eine im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz erstellte Untersuchung zum bemerkenswerten Ergebnis gekommen, dass die Häufigkeit von Leukämieerkrankungen (Krebs) bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zu einem Kernkraftwerk zunimmt. Im Gegensatz zu früheren (ähnlichen) Studien, soll die vorliegende besonders "wasserdicht" sein.

Atomenergie und Atombomben – Gibt es einen Zusammenhang?

Nukleare Proliferation ist eine sehr ernst zu nehmende Bedrohung. Anstatt (weiter) auf Atomenergie zu setzen, sollten wir auf weniger risikoreiche und nachhaltige Energien umstellen. Der Artikel listet die Anzahl atomarer Sprengköpfe pro Land und zeigt in einer Graphik die Anzahl Atomkraftwerke pro Land.

Atomare Abrüstung und Atomausstieg

Nukleare Abrüstung ist völlig aus der Mode gekommen. Anstatt ihren vertraglichen Verpflichtungen gerecht zu werden, rüsten die meisten Atommächte weiter auf. Da darf es nicht verwundern, wenn die Liste der Länder und Organisationen, welche den Besitz der Atombombe anstreben, immer länger wird.

Der Artikel stellt eine Zusammenfassung der aktuellen Lage dar und zeigt auf, weshalb ein militärischer und ziviler Atomausstieg dringend notwendig ist. 

Atomkraftwerke und Atombomben benötigen ähnliches Uran

Sowohl für Atomkraftwerke als auch für Atombomben ist angereichertes Uran erforderlich. Für den Bau von Atombomben muss die Anreichung des Urans jedoch wesentlich stärker sein als für die zivile Nutzung von Atomenergie zur Erzeugung von Strom in AKW's.

Man geht aber davon aus, dass wer das Verfahren für die Anreicherung von Uran für zivile Anwendungen kennt, zumindest die Grundlagen auch für militärische Anwendungen hat. Einige Vorkommnisse der letzten Zeit scheinen diese Gefahr der Verbindung zwischen ziviler und militärischer Nutzung von Atomkraft (nukleare Proliferation) zu bestärken:

Atomkraft zur Lösung des Klimawandels?

Der weltweite Energiebedarf wird von der internationalen Energieagentur (IEA) laufend erfasst und auf dieser Basis für die nächsten 25 Jahre vorausgesagt. In ihrem letzten Bericht vom Herbst 2006 prognostiziert die IEA eine starke Zunahme des CO2 Ausstosses bis ins Jahre 2030 als Folge eines steigenden Energiebedarfs der Weltbevölkerung. In einem alternativen Szenario wurde untersucht, wieweit durch rigorose Massnahmen der Politik dieser CO2-Ausstoss verringert werden könnte. Zu diesem Massnahmen zählte die IEA auch die massive Förderung des Baus von Atomkraftwerken.

Von allen erwähnten Massnahmen zur Reduktion von CO2 billigt die IEA der Förderung von Atomkraftwerken allerdings nur die kleinste Wirkung (10%) zu. Da die IEA als Atomenergie-freundlich gilt, ist dies doch sehr bemerkenswert.

Die wahren Kosten von Atomstrom

Atomkraftwerke sind für Haftpflichtfälle nur sehr ungenügend versichert. Das Risiko bei Unfällen von Atomkraftwerken trägt der Staat und nicht der Betreiber des AKW's. Müssten die Betreiber der AKW's ihre Anlagen entsprechend den tatsächlichen Risiken versichern, würde Atomstrom mindestens doppelt so teuer.

Man kann nur staunen darüber, dass der Staat die Risiken der Betreiber von Atomkraftwerken trägt, während die Betreiber von anderen Anlagen zur Erzeugung von Strom ihre Risiken auf die Kunden abwälzen müssen. Offensichtlich ist Atomstrom nur dann wirktschaftlich konkurrenzfähig, wenn die Risikokosten ausgelagert werden können.