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Beratung und Coaching

Persönliche Beratung und Coaching mit systemischer Vor­gehens­­weise und Einbezug von Intuition u.a. um

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  • den Lebenssinn zu finden
  • die Arbeitsfreude zu steigern
  • Teams bei ihrer Arbeit zu betreuen
  • Konflikte und Blockaden zu lösen

 

Rückblick

So vielfältig wir Menschen auch sein mögen, wenn unsere existentiellen Bedürfnisse einmal gedeckt sind, streben wir alle letztendlich nach demselben: Wir möchten dauernd glücklich und zufrieden sein, unser Leben ohne Ängste und Sorgen leben können. Diese Suche nach Harmonie und innerer Ruhe, nach Selbstverwirklichung, oder wie man diesen Zustand als oberste Zielsetzung auch immer beschreiben mag, ist praktisch allen Modellen gemeinsam, welche die menschlichen Bedürfnisse dar­stellen. Unser Streben nach Harmonie und Glücklichsein versucht nicht zuletzt auch die Werbung häufig auszunutzen.

Fehlende oder falsche Erfolgskontrolle

Wir haben bereits in einem eigenen Kapitel auf die Notwen­digkeit der regelmässigen Erfolgskontrolle beim Erreichen unserer Ziel­setzungen hingewiesen. Da eine fehlende Über­prüfung unserer Fortschritte oder ungeeignete Beurteilungs­kriterien ein häufiger Stolperstein beim Leben der Grundrechte des Seins darstellen, erwähnen wir diesen Punkt hier nochmals kurz.

Häufig genügt es nicht, sich die Grundrechte des Seins als Ziel­setzung für das Leben vorzunehmen. In der Regel ist es not­wendig oder zumindest sehr hilfreich, sich gleichzeitig Gedanken zu machen, wie man die persönlichen Fortschritte beim Leben der Grundrechte des Seins beurteilen will. Insbe­sondere muss man sich im klaren sein, dass man mit dem Los­lassen von alten Ziel­setzungen auch deren Beurteilungskrite­rien loslassen muss.
Die regelmässige Beurteilung unserer Fortschritte soll sicher­stellen, dass wir uns dem Ziel auch wirklich nähern. Aufgrund dieser Überprüfung korrigieren wir gegebenfalls unser Ver­halten. Wenn wir bei diesen Beurteilungen Kriterien anwen­den, welche zu einem anderen Ziel passen, so werden wir uns früher oder später dem anderen Ziel nähern. Bei inkompatiblen Zielsetzungen ent­fernen wir uns somit möglicherweise immer weiter von unserem ursprünglich gewählten Ziel.

Worte sind einfacher als Taten

So logisch und einleuchtend eine Entwicklung im Sinne der Grund­rechte des Seins auch erscheinen mag, ihre Umsetzung in die Praxis im eigenen Leben ist nicht gerade einfach. Es han­delt sich dabei um ein sehr ernsthaftes, anspruchsvolles Unternehmen, welches beträchtliche Energien in Anspruch nimmt und sich nicht einfach «nebenbei» realisieren lässt.

Es ist nicht allzu schwierig, als Beobachter zu sehen, was man eigentlich tun müsste oder was andere tun müssten, um die Grundrechte des Seins in einer bestimmten Situation zu leben. Das, was man eigentlich müsste auch wirklich in die Tat umzu­setzen, ist in der Regel jedoch die Hauptschwierigkeit. Die Schwie­rigkeit liegt nicht in der Theorie oder Strategie, sondern in deren konkreten Umsetzung.

Leugnung der Reinkarnation

Rund um die Wiedergeburt der Menschen werden viele Falsch­informationen verbreitet1. Während viele Menschen und Institutio­nen davon überhaupt nichts wissen wollen, inter­pretieren andere Personen Krankheiten und Unfälle fälschli­cherweise als «Strafe Gottes». Dies führt letztendlich zu einem Gefühl von Ohnmacht, zu einem Gefühl selbst nichts ändern, nichts beeinflussen zu können, also genau zum Gegenteil von Selbstbestimmung und Selbst­verantwortung. Solche Menschen – oder besser gesagt Opfer – lassen sich wesentlich einfacher beeinflussen oder gar manipulie­ren.

Globalisierung und Massenmedien

Die aktuelle «Globalisierung» möchte die Erde als ein riesiger, möglichst einheitlicher Markt definieren. Die Wirtschaft als wichtig­ste treibende Kraft hinter dieser Entwicklung wird nicht müde diese Egalisierung als «naturgegeben» bzw. nicht beein­flussbare Ent­wicklung darzustellen. Die Massenmedien, welche bedingt durch die weitgehende Privatisierung selbst ein Teil der Wirtschaft geworden sind, verfügen über immer raffi­niertere Mittel zur Beein­flussung ihrer Kunden und machen bei dieser Aktion in der Regel kräftig mit.

Auf der anderen Seite werden viele Personen immer kritikloser gegenüber der Berichterstattung. Das, was auf dem Bildschirm, in der Zeitung oder in Büchern präsentiert wird, wird als «die Wahr­heit» wahrgenommen anstatt als subjektive Bericht­erstattung der Autoren. Immer mehr Menschen übernehmen Zielsetzungen und Wertvorstellungen aus der Presse, anstatt sich selbst darüber Gedanken zu machen. Die Schuld dafür kann selbstverständlich nicht auf die Medien abgewälzt wer­den, sondern im Sinne der Selbstbestimmung bzw. Selbst­verantwortung ist jeder dafür ver­antwortlich, ob er fremde Wertvorstellungen bzw. Zielsetzungen übernehmen will und falls ja, welche.

Wir haben alles fest im Griff

Die Fortschritte in Wissenschaft und Technik haben bei vielen Personen einen unheimlich starken Glauben an die Rationalität aller Ereignisse ausgelöst. Was nicht wissenschaftlich erklärbar ist, wird häufig nicht akzeptiert, totgeschwiegen oder auf eine andere Art und Weise ausgeklammert. Umgekehrt hat dieses Verhalten bei gewissen Personen dazu geführt, dass alles als «esoterisch» und von den Sternen gesteuert betrachtet wird. Beide Haltungen sind völlig absurd. Es gibt in unserem Leben sowohl rational erklärbare als auch mit unserem Verstand nicht erklärbare Ereig­nisse.

Wer nicht rational erklärbare Vorgänge oder Eigenschaften in unserem Leben leugnet, verschliesst sich automatisch sämtli­chen Betrachtungen über den Sinn des Lebens, über den Grund und die Zielsetzung unserer Existenz und der von anderen Wesen.

Hektik und Tablettenmentalität

Eine Veränderung in der eigenen Persönlichkeit braucht Zeit. Wir müssen über Jahre eingespielte Mechanismen ändern – dies braucht viel Energie und Zeit. Unsere heutige Lebensein­stellung ist geprägt vom raschen Wandel, scheinbar alles ver­ändert sich ständig und innert immer kürzerer Zeit. Was nicht sofort Wirkung zeigt, wird deshalb häufig zugunsten von anderen Zielen ver­gessen. Langfristige Ziele erscheinen nicht mehr attraktiv.

Das vorherrschende Thema ist die wirtschaftliche Entwicklung, sie wird immer mehr zum Selbstzweck, zu einer Spirale, welche sich immer schneller dreht. Wir gewöhnen uns daran, nur noch zu kon­sumieren, (scheinbar) alles lässt sich kaufen, wird immer billiger. Am liebsten würden wir uns Tabletten kaufen, welche man wäh­rend einer Zeitperiode einnimmt, damit man sich automatisch im Sinne der Grundrechte des Seins entwickelt.

Stolpersteine

Warum sind es aber (noch) relativ wenige Menschen, welche bewusst an der Erweiterung ihres Bewusstsein arbeiten, die dauernde Harmonie anstreben? Warum macht sich die Mehr­heit der Menschen wenig bis gar keine Gedanken über ihre Ziele im Leben?

Wenn man die Stolpersteine kennt, ist es häufig einfacher, diese zu vermeiden oder zu erkennen. Wir wollen deshalb einige Ursa­chen diskutieren, weshalb die persönliche Entwicklung im Sinne der Grundrechte des Seins bei vielen Personen ein blo­sser Vor­satz oder ein Gedanke bleibt und nicht oder nur teil­weise in die Tat umgesetzt wird:

Wendezeit

Wir haben bisher die Grundlage des Seins auf der Erde, die menschliche
Entwicklung zur Harmonie mit sich selbst und sich aus diesen
Betrachtungen ergebende Konsequenzen für die Eigenverantwortung
betrachtet. Irgendwann einmal wird man sich die Frage stellen, wie und
wann man das Diskutierte auf das per­sönliche Leben anwenden könnte.

Selbstverständlich ist es die freie Entscheidung jedes Einzelnen, ob er
sich im Sinne der Grundrechte des Seins weiterent­wickeln möchte. Falls
er dies bejahen sollte, ist es wiederum ihm über­lassen, wie, wann und
auf welche Art und Weise er damit begin­nen möchte. Die freie
Entscheidung jedes einzelnen wird respek­tiert, jeder einzelne ist aber
auch für die Konse­quenzen seiner Entscheidung selbst verantwortlich.

Über das Missionieren

Wer an seiner persönlichen Entwicklung arbeitet, ist in der Regel davon überzeugt, dass dies für ihn der richtige Weg ist, dass er das richtige tut. Sonst würde er ja vermutlich etwas anderes tun…

Bei vielen kommt deshalb früher oder später der Wunsch auf, auch andere Personen von ihrem Weg zu überzeugen. Sie wollen ande­ren helfen, ebenfalls den «richtigen» Weg zu finden. Oftmals endet dies in einer grossen Enttäuschung, wenn so nahestehende Personen, wie der Lebenspartner, die Kinder, die Eltern, gute Freunde, usw. ablehnend reagieren. Wenn sie vom «einzig richti­gen», vom besten Weg oder Ziel nichts wissen wollen.

Erfolgskontrolle

In den vergangenen Kapiteln haben wir immer wieder betont, wie wichtig es ist, sich persönlich Ziele für das Leben zu setzen. Dazu gehört selbstverständlich auch eine regelmässige Kon­trolle oder Überwachung, ob wir unseren Zielen auch wirklich näher kommen. Bei den meisten Firmen werden zum Beispiel Ziele und Budgets jeweils für ein Jahr gesetzt und die Zieler­reichung wird periodisch, mindestens einmal im Jahr über­prüft. Was sich bei Firmen bewährt hat, kann auch für uns per­sönlich sehr hilfreich sein.

Die Kontrolle unserer Fortschritte muss dabei den gewählten Zie­len angepasst werden. Wir müssen uns klar werden, wie wir unsere Entwicklung messen wollen. Nach welchen Kriterien wir beurteilen wollen, ob wir unserem Ziel näher gekommen sind. Die Zielsetzung und die dazugehörenden Beurteilungs­kriterien für Fortschritte auf dem Weg zum Ziel gehören eng zusammen. Wenn wir uns als Ziel gesetzt haben, das Klavier­spiel zu erlernen, so können wir unsere Fortschritte zum Bei­spiel anhand der Musikstücke messen, welche wir in der Lage sind zu spielen. Unser Körpergewicht oder der Kontostand unseres Sparkontos haben damit wenig zu tun, sie sind als Beurteilungskriterien für Fortschritte im Klavierspielen unge­eignet. Was an diesem Beispiel so offensichtlich erscheint, führt im täglichen Leben aber häufig zu Schwierigkeiten und Problemen.

Die Natur hilft uns

Aus den Diskussionen über die menschliche Entwicklung mit der Bewusstseinskugel, dem Ausstrahlen seiner Zielsetzungen über die Klangschalen und die gegenseitige Beeinflussung in Gruppen könnte man möglicherweise die Schlussfolgerung ziehen, das Ziel des menschlichen Daseins sei es, Licht bzw. Bewusstsein auf die Erde zu bringen. So quasi, die Menschen als Retter oder Erlöser der Erde! Dies wäre aber eine ziemlich verkehrte Auffassung:

Obwohl wir bisher fast ausschliesslich die Entwicklung der Men­schen betrachtet haben, gelten die Grundrechte des Seins für alle Wesen. Den Begriff «Wesen» müssen wir dabei sehr umfassend halten: Darunter verstehen wir neben allen Lebe­wesen auf der Erde (Menschen, Tiere, Pflanzen) auch die Erde selbst, jeder Stein, das Wasser, das Feuer, die Luft, usw. Auch alle anderen Wesen neben den Menschen befinden sich in einer Entwicklung. Im Kugelmodell können wir uns deshalb auch deren Fähigkeiten in Bezug auf das Leben der Grundrechte des Seins als weisse Kugel um deren Körper vorstellen1.

Manipulation von anderen Personen

Wir haben in einem der vorhergehenden Abschnitte die gegen­seitige Aktivierung von Klangschalen diskutiert. Dabei haben wir gesehen, dass unsere den Zielsetzungen entsprechenden Klang­schalen schwingen und somit in der entsprechenden Frequenz Energie ausstrahlen. Dies kann bei anderen Personen, welche eine gleiche Klangschale haben, zur Aktivierung dieser Klang­schale führen. Möglicherweise wählt die andere Person dadurch die entsprechende Zielsetzung als Leitlinie bei ihren nächsten Ent­scheidungen. Es stellt sich früher oder später die Frage, ob man damit nicht einzelne Personen bewusst mani­pulieren könne.

Der Seminareffekt

Die oben erwähnten Effekte der gegenseitigen Aktivierung der Klangschalen und die Überlappung von gleichfarbigen Kugeln in einer Gruppe von Personen kann man gut bei Seminaren beo­bachten: Viele Firmen und Organisationen lassen ihre Mit­arbeiter – und insbesondere Führungskräfte – Kurse zur Wei­terbildung besu­chen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie in solchen Seminaren auch moralische und ethische Aspekte mit grossem Elan ange­gangen und Lösungsprogramme aufgestellt werden. Man nimmt sich sehr viel vor, setzt später im täglichen Leben am Arbeitsplatz aber nichts oder zumindest extrem wenig davon in die Tat um. Als Gründe werden in der Regel mit grossem Bedauern externe Zwänge angegeben, welche bewirken würden, dass man selbst das Diskutierte nicht um­setzen könne. Selbstverständlich hofft man aber, dass alle anderen Seminarteilnehmer nicht in solch unangenehmen Sachzwängen stecken würden…

Prioritäten der Zielsetzungen

Wenn wir davon ausgehen, dass wir mehrere, nicht kompatible Zielsetzungen verfolgen wollen, wie entscheiden wir in einer bestimmten Situation, welche Zielsetzung uns leiten soll? Wir haben bereits früher die Wechselwirkung zwischen Zielsetzun­gen und Fähigkeiten diskutiert. Dabei haben wir gesehen, dass bereits vorhandene Fähigkeiten die Wahl der Leitlinie bei einer Ent­scheidung beeinflussen können.

Wie wir gleich sehen werden, treffen wir die Wahl der Ziel­setzung, welche zur Leitlinie bei einer Entscheidung wird, häufig auch in Wechselwirkung mit unserer Umgebung. Andere Personen, Insti­tutionen, Tiere, Pflanzen, die Natur, usw. können die Wahl unserer Zielsetzung bei einer Entschei­dung mit beeinflussen.

1 + 1 = 3: Fähigkeiten in einer Gruppe

Wir werden nun diskutieren, wie sich die Fähigkeiten von mehre­ren Personen in einer Gruppe gegenseitig ergänzen können. Wir stellen uns dazu vor, dass diese Personen gemein­sam an einer Aufgabe arbeiten.

Betrachten wir als erstes eine Gruppe von mehreren Personen mit Kugeln in derselben Farbe, d.h. alle Mitglieder der Gruppe ver­folgen unter anderem dieselbe Zielsetzung X. Erinnern wir uns zunächst nochmals an die Definition des Modells: Inner­halb der Kugel sind die Fähigkeiten zur Erreichung des Ziels X voll ausge­bildet. Die Grösse dieser Kugel ist ein Mass für das bereits ent­wickelte Können, um das Ziel X zu erreichen.

Wechselwirkungen mit unserer Umgebung

Schon mehrfach haben wir betont, dass wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen nicht auf unsere Umgebung, nicht auf «die anderen» abschieben können. Die Ursachen für unsere Entschei­dungen liegen immer bei uns. Wir sind selbst für uns verantwort­lich. Dies lässt sich nicht ändern.

Trotzdem taucht früher oder später bestimmt die Frage auf, ob wir unsere Umgebung, d.h. unseren Partner, unsere Kinder, die Nachbarn, die Arbeitskollegen, die Natur, usw. positiv oder nega­tiv beeinflussen können. Zudem stellt sich auch die Frage, inwie­fern die Umgebung unsere Entscheidungen beeinflusst. Obwohl wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen selbst tragen, kann ja trotzdem eine Beeinflussung in die eine oder andere Richtung stattfinden.

Fähigkeiten und Zielsetzungen beeinflussen sich

Bereits in der Einleitung dieses Kapitels haben wir festgestellt, dass sich Fähigkeiten und Zielsetzungen offenbar gegenseitig beeinflussen. In unseren beiden Modellen ausgedrückt, betrachten wir das Verhältnis zwischen der Lichtkugel, welche unsere Fähig­keiten darstellt und der Klangschale, welche die entsprechende Zielsetzung darstellt. Anscheinend können die Klangschale und die Lichtkugel nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Es findet eine gegenseitige Beeinflussung statt1.

Wir haben bisher gesehen, dass die Fähigkeiten in uns nur ent­wickelt werden können, wenn wir eine entsprechende Ziel­setzung verfolgen. Eine Lichtkugel kann sich nur weiter ent­wickeln, wenn in uns eine Klangschale schwingt, welche die entsprechende Ziel­setzung repräsentiert. So ist zum Beispiel zur Vergrösserung unserer Bewusstseins-Kugel eine Klang­schale mit der Zielsetzung «die Grundrechte des Seins respek­tieren» notwendig. Die Anzahl der Klangschalen und der Lichtkugeln sind aus diesem Grund auch identisch.

Das Modell der Klangschalen

Ist es schon vorgekommen, dass Sie jemanden sympa­thisch fanden, ohne irgend etwas von ihm zu wissen, ohne jemals mit ihm gesprochen zu haben? Lernt man diese Person später kennen, so findet man häufig viele Gemeinsam­keiten. Insbe­sondere findet man in der Regel ähnliche Lebens­ziele. Oder, da man ja eher von Erlebnissen spricht, man hat ähnliche Lebens­erfahrungen gemacht. Zufall – oder vielleicht doch nicht? Ähnliche Lebenserfahrungen deuten nach allem was wir bisher diskutiert haben darauf hin, dass wir an ähnli­chen Entwicklungsschritten arbeiten. Da wir uns nicht von selbst entwickeln, deutet dies aber letztendlich auf ähnliche Lebensziele hin.

Wechselwirkung zwischen Zielset­zung und Fähigkeiten

Im täglichen Leben stellen wir fest, dass jemand, welcher bereits gut Fussball spielen kann, in aller Regel sehr gerne Fussball spielt und seine fussballerischen Fähigkeiten laufend verbessern möchte. Wenn ein guter Programmierer die Aus­wahl hat zwischen der Mitarbeit an einem zukunftsweisenden Softwareprojekt und der Mitarbeit in einem Gemüseladen, sind die Chancen meistens wesentlich grösser, dass der Program­mierer seiner Sparte treu bleibt uns sich darin weiter entwic­keln möchte. Analoges gilt für praktisch alle Fähigkeiten: Wenn wir etwas bereits gut können, ist die Motivation gross, dieses Können einzusetzen und zu ver­bessern.

Mein persönlicher Beitrag

Die Erweiterung des Bewusstseins ist nur durch das Lösen von Aufgaben möglich, welche dem aktuellen Trainingsstand ange­passt sind. Das Anpacken von «zu schwierigen» Aufgaben führt nicht etwa zu einer Beschleunigung der Entwicklung, sondern im Gegenteil zu einer Verlangsamung, evtl. sogar zum Stillstand oder zu Rückschritten. Dasselbe gilt auch bei zu geringen Anforderun­gen.

Bei praktisch jedem anderen Training leuchtet uns dies sofort ein: Ein Musikschüler, welcher zwischendurch ein für ihn zu schwieri­ges Stück erlernt, wird dadurch nicht schnellere Lern­fortschritte machen als ein anderer Musikschüler, welcher nur dem aktuellen Können angepasste Stücke spielt. Wenn ein guter Klavierspieler nur noch ganz einfache Stücke einhändig spielt, verliert er mit der Zeit seine Fähigkeiten für die zweite Hand: Er macht Rückschritte bzw. verlernt das beidhändige Klavierspiel. Ein Autofahrer, welcher auch mit einem Formel 1 Rennwagen fährt, wird dadurch nicht zu einem besseren Auto­fahrer. Für einen Sportler, welcher auf einer Strecke von 5 km trainiert, bringt die Absolvierung eines Mara­thons von 42 km Länge keine Vorteile für seine 5 km lange Strecke, selbst dann nicht, wenn er den Marathon in einer sehr guten Zeit absolviert hat.

Mitverantwortung

Wie sieht es aus, wenn Aufgaben durch eine Gruppe von Per­so­nen wahrgenommen werden. Wer trägt die Verantwortung für die Entscheidungen? Gibt es eine kollektive Mit-Verant­wortung? Wie weit reicht die Verantwortung in einer Gruppe bei einer Kausal­kette von Folgen? Kann die Verantwortung aufgeteilt werden?

Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: An den Verant­wort­lichkeiten ändert sich nichts. Jede Person ist für die Folgen ihrer Entscheidungen verantwortlich, welche ihrem Bewusst­sein ent­sprechen, bzw. mit dem Kugelmodell dagestellt, für alle Folgen, welche sich innerhalb ihrer Bewusstseins-Kugel befin­den. Die Mit­verantwortung in einer Gruppe oder Firma hängt demzufolge nicht primär von der Position in der Hierarchie ab, sondern von der persönlichen Entwicklung des einzelnen Mit­arbeiters. Um noch­mals auf das Beispiel mit der Lieferung von Komponenten für Kriegsgeräte zurückzukommen, wäre es also theoretisch denkbar, dass die Putzfrau eine Mitverantwortung trägt und die Geschäfts­leitung nicht – nämlich dann, wenn die Putzfrau persönlich ent­sprechend weiter entwickelt ist, also ein höheres Bewusstsein hat, als die Mitglieder der Geschäfts­leitung.

Folgen der Überforderung mit einer Aufgabe

  • von

Der Ausführende behindert mit der Ausführung einer für ihn zu anspruchsvollen Aufgabe vorerst einmal seine eigene Ent­wicklung. Wir haben bei der Betrachtung der Entwicklung der Menschen gesehen, dass eine Weiterentwicklung nur schritt­weise möglich ist. Wie bei einer Pyramide müssen die einzel­nen Steine und Lagen symmetrisch der Reihe nach aufeinander geschichtet werden. Wer sich mit einer Aufgabe überfordert, versucht Steine in die Pyra­mide einzufügen, wo die darunter liegenden Steine noch fehlen oder nicht richtig befestigt sind. Man kann nicht einzelne Bausteine auslassen und erst nach­träglich einfügen! Ein solcher Versuch ist reine Zeitverschwen­dung.

Konsequenzen bei der Annahme von Aufgaben:

Da grundsätzlich jede denkbare Aufgabe zur persönlichen Weiter­entwicklung einer Person dienen kann (und sollte), wollen wir in der Folge das Übernehmen von Aufgaben unter diesem Gesichts­punkt betrachten. Jedermann kann selbst ent­scheiden, ob er eine bestimmte Aufgabe annehmen und aus­führen will. Bevor eine Auf­gabe angenommen wird, sollte man aber unbedingt überprüfen, ob die Aufgabe zu einem passt, d.h. einerseits ob sie mit den persön­lichen Zielsetzungen ver­träglich ist und andererseits ob man die für die Bearbeitung notwendigen Fähigkeiten hat. Damit sind nicht nur handwerk­liche oder intellektuelle Fähigkeiten, sondern insbe­sondere auch das Bewusstsein gemeint. Wer eine Aufgabe annimmt, ist verantwortlich für die Kontrolle, ob er die Fähigkeiten hat, die Aufgabe zu lösen.

Dies ist eine Folge der Selbstverantwortung: Jeder muss frei und selbständig entscheiden können, ob er eine bestimmte Aufgabe annehmen will oder nicht. Man kann ja nicht jeman­dem eine Auf­gabe aufzwingen und ihn nachher für die Folgen verantwortlich machen!

Verantwortung ist etwas Individuelles

Die Fähigkeit seine Verantwortung wahrzunehmen, haben wir als Verantwortungsbewusstsein bezeichnet. Das Verantwor­tungs­bewusstsein kann nicht grösser sein als das Bewusstsein, da das entsprechende Bewusstsein ja die Grundlage für das Wahrneh­men der möglichen Folgen von Entscheidungen dar­stellt.

Die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Verantwortung ist inner­halb der Bewusstseins-Kugel vorhanden, ob sie auch wahr­genommen wird, entscheidet die betreffende Person in jedem Falle selbst. Man kann die diesbezüglichen Informationen bzw. Sinne auch ignorieren. Selbst wenn ich wegschaue, um die Folgen meiner Entscheidung nicht sehen zu müssen, bin ich deswegen natürlich trotzdem für diese Folgen verantwortlich! Vorderhand nehmen wir aber an, dass die Verantwortung jeweils voll wahrgenommen wird.

Wenn ich die Folgen einer Entscheidung nicht abschätzen kann

Wir haben zuvor das Bewusstsein modellhaft als eine weisse Kugel um unseren Körper dargestellt. Je grösser das Bewusst­sein einer Person ist, desto grösser ist der Durchmesser dieser Bewusstseins-Kugel. Mit diesem Modell sind wir verantwort­lich für alle Folgen unserer Entscheidungen, welche sich inner­halb unse­rer Bewusstseins-Kugel befinden. Das Licht unseres Bewusstseins leuchtet hier ganz hell, so dass wir innerhalb dieser Kugel die Folgen unserer Entscheidungen sehen bzw. wahrnehmen können.

Man könnte deshalb auf die Idee kommen, sehr weitreichende Entscheidungen durch Personen mit einem geringen Bewusst­sein ausführen zu lassen, da diese ja dann für die Folgen scheinbar nicht verantwortlich wären. Dies wäre aber aus meh­reren Gründen nicht sinnvoll:

Das Prinzip der Selbstverantwortung

Fassen wir das bisher diskutierte zusammen: Aus den Grund­rechten des Seins erhält jedes Wesen das gleichwertige Recht zu leben, sich zu entwickeln und seine Aufgaben auszuführen. Jedes Wesen kann somit selbst entscheiden, was es tun oder lassen will (Prinzip der Selbstbestimmung). Wer selbst frei entscheiden darf, was er tun oder lassen will, ist selbstver­ständlich auch verantwort­lich für die Folgen seiner Entschei­dungen. Wer soll denn sonst für die Folgen einer Entscheidung verantwortlich sein, wenn jemand frei entscheiden konnte? Aus dem Prinzip der Selbstbestimmung folgt deshalb das folgende Prinzip der Selbstverantwortung:

Jede Person trägt entsprechend ihrem Bewusstsein die Ver­antwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen.

Weshalb wir etwas tun, ist für das Leben der Grundrechte des Seins unerheblich. Wir haben entschieden, es zu tun. Dies genügt. Es gibt keinen Unterschied, ob ich töte, weil mir dies befohlen wurde oder ob ich dies aus eigenem Antrieb tue. Ich habe es getan. Deshalb bin ich verantwortlich dafür.

Verantwortungsbewusstsein: Wie weit reicht unsere Verantwortung?

Mit dem schönen Wort Verantwortungsbewusstsein bezeich­nen wir
die Fähigkeit einer Person, mit seiner Verantwortung bewusst umzugehen.
Je besser jemand die Folgen seiner Ent­scheidungen – bewusst oder
unbewusst – im voraus in Betracht zieht und ent­sprechend handelt,
desto verantwortungs­bewusster ist diese Per­son.

Wie bereits im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, löst eine
Ent­scheidung von uns oft weitere Ereignisse aus. Ein weiteres Beispiel
aus der (Familien-) Praxis: Die Katze jagt einen Vogel, die Besitzerin
gibt ihr als Strafe nichts zu fressen, die Katze stiehlt darauf hin das
zum Mittagessen bereit liegende Fleisch vom Tisch und wirft dabei auch
noch die Schüssel mit den Teigwaren um, die Familie reagiert gereizt,
die Kinder begin­nen zu streiten, usw.