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Sinn des Lebens

Informationen über den Sinn und die Zielsetzungen des Lebens (Lebenssinn)

Die Hierarchie in den persönlichen Zielsetzungen

Zu Beginn dieser Abhandlung haben wir die Bedürfnisse der Men­schen betrachtet und dabei insbesondere auf die Hierar­chie in den menschlichen Bedürfnissen zum Beispiel gemäss Maslow hinge­wiesen: Auf der untersten Stufe stehen die existentiellen Bedürf­nisse eines Menschen und auf der obersten Stufe das Erreichen eines Zustandes mit einem dauernden Glücksgefühl, Selbst­verwirklichung, Seelenheil, Harmonie mit sich selbst oder wie man diesen Zustand auch immer nennen will. Aufgrund dieser Bedürf­nisse setzt sich der Mensch gemäss dieser Theorie seine persön­lichen Ziele. Wenn zum Beispiel die Existenz gesichert ist, ver­sucht er die Bedürfnisse der nächst höheren Hierarchiestufe zu verwirklichen indem er seine Ziele entsprechend setzt. Der bereits mehrfach erwähnten Hierarchie der Bedürfnisse entspricht deshalb eine analoge Hierarchie der Zielsetzungen: Auch unsere Ziel­setzungen lassen sich hierarchisch einordnen.

Mit anderen Worten: Je nach Bedürfnisse, welche wir befriedi­gen wollen, sollten wir unsere Ziele aus der entsprechenden Hierar­chiestufe wählen. Was so einfach und logisch klingt, ist eine häu­fige Ursache von Enttäuschungen in der persönlichen Entwicklung: Bedürfnisse und Zielsetzungen entsprechen sich nicht, sondern widersprechen sich sogar häufig in krasser Weise.

Verschiedenartige Zielsetzungen verfolgen

Wir können selbstverständlich mehrere übergeordnete Ziel­setzun­gen verfolgen. Niemand verbietet uns zum Beispiel sowohl gro­ssen finanziellen Reichtum als auch das Leben der Grundrechte des Seins anzustreben. Ob diese beiden Ziele kompatibel mit­einander sind, hängt vom Stand unserer per­sönlichen Entwicklung ab. Je näher wir dem Ziel der dauern­den Harmonie bereits sind, desto grösser sind die Chancen, dass die beiden Zielsetzungen für uns nicht kompatibel sind. Wie wir bereits mehrfach betont haben, können wir unsere Ziele selbst wählen, wir müssen aber auch mit den Folgen leben. Je mehr nicht kompatible Zielsetzungen wir verfolgen, desto stärker müssen wir unsere Zeit und Energie auf­teilen. Entsprechend werden die möglichen Fortschritte mit zuneh­mender Anzahl nicht kompatibler Ziele grundsätzlich kleiner. Im Extremfalle teilen wir unsere Energien so weit auf, dass überhaupt keine Fortschritte mehr möglich sind - wir treten an Ort.

Kompatibilität von Zielsetzungen

Im obigen Beispiel haben wir bereits erwähnt, dass es beliebig viele Wege gibt, um von Zürich nach Warschau zu gelangen. Je näher ich Warschau komme, desto besser muss ich aber auf­passen: Wenn ich zum Beispiel 2 km südlich von Warschau fälschlicherweise nach Osten abbiege, so wird mein Abstand zu Warschau rasch wieder grösser. Ich entferne mich wieder von meinem Ziel, anstatt mich zu nähern. Plötzlich bin ich wieder dop­pelt so weit vom Ziel entfernt wie zuvor!

Wir unterscheiden deshalb zwischen Teilzielen, welche uns einem Ziel näher bringen und solchen, welche uns weiter weg führen. Wenn wir ein Teilziel verfolgen, welches uns weiter weg führt vom übergeordneten Ziel, so sind wir im Begriff einen Umweg zu machen. Dies heisst aber noch nicht, dass wir deswegen das Ziel nicht erreichen werden.

Teilziele

Je weiter wir von einem bestimmten Ziel entfernt sind, desto abstrakter erscheint uns dieses Ziel. Wir können nur relativ schwach erahnen, wie es sein muss, wenn das Ziel erreicht ist. Entsprechend unmöglich ist es bereits im Detail zu planen, wie wir das Ziel erreichen wollen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, zuerst Teilziele anzustreben, welche rascher umgesetzt werden können und deshalb konkreter erscheinen. Diese Teilziele kön­nen uns wie Wegweiser zum übergeordneten Ziel hinführen. Dabei ist es durchaus möglich, dass wir das übergeordnete Ziel nicht auf dem direktesten Weg, sondern über gewisse Umwege erreichen.

Man kann dies vergleichen mit dem Reisen an ein weit ent­ferntes Ziel: Wenn ich von Zürich mit dem Auto nach War­schau fahren will, bestimme ich zuerst auf einer Übersichts­karte die Stationen meiner Reise. Es gibt selbstverständlich beliebig viele Möglich­keiten um von Zürich mit dem Auto nach Warschau zu gelangen. Ob ich via Deutschland oder via Österreich fahre, spielt deshalb keine grosse Rolle. Ich werde mich für eine bestimmte Route ent­scheiden und losfahren.

Definition der Zielsetzung

Unter einem Ziel verstehen wir einen Zustand, den wir in der Zukunft gerne erreichen möchten. Der Begriff Zustand ist da­bei sehr umfassend zu verstehen, zum Beispiel in 10 Jahren in ein bestimmtes Land ausgewandert sein, eine bestimmte Aus­bildung abgeschlossen zu haben, eine Familie mit Kindern zu haben, über bestimmte Fähigkeiten zu verfügen, usw.

Bildlich dargestellt beschreiben wir mit der Zielsetzung, wo wir zu einem bestimmten Zeitpunkt sein wollen. Der Weg zu diesem Ziel, also wie wir unser Ziel erreichen wollen, die dazu notwendigen Handlungen und Entscheidungen sind hingegen nicht Bestandteil der Zielsetzung.

Zielsetzungen

Es stellt sich früher oder später die Frage, weshalb wir unser Unterbewusstsein beeinflussen «müssen», um uns zu entwic­keln zur dauernden Harmonie. Weshalb «müssen» wir diese Entwick­lung selbst wollen, damit sie stattfindet? Wenn dieses Ziel doch bereits «irgendwo» in uns drin steckt, dann müsste doch auch die Entwicklung auf dieses Ziel automatisch, ohne unser Dazutun, ohne Anstrengung stattfinden!

Das Brillenmodell

Das angenehme an der Subjektivität ist die Beeinflussungs­möglichkeit durch uns selbst. Wenn meine Wahrnehmung subjek­tiv ist, dann habe ich - und nur ich alleine - alle Mög­lichkeiten, meine eigene Wahrnehmung zu beeinflussen bzw. beeinflussen zu lassen. Ich alleine entscheide, ob ich etwas als gut oder schlecht, als angenehm oder unangenehm, kalt oder warm, schön oder hässlich empfinde!

Wir sehen unsere Umgebung und die Ereignisse um uns nicht «objektiv» oder neutral, sondern wie durch eine Brille, welche unsere Interpretation des Bildes bestimmt. Diese Brille halte ich mir selbst vor die Augen. Je nach dem, wie diese Brille das an und für sich neutrale Bild eines Ereignisses verändert, macht das Bild uns zum Beispiel Angst, Freude, Ärger oder versetzt uns in Trauer. Wir empfinden das Bild als gut oder schlecht, negativ oder positiv, sinnvoll oder unsinnig, dunkel oder hell, richtig oder falsch.

Objektivität und Subjektivität

Wenden wir uns zunächst einmal der Frage der Objektivität zu: Wie objektiv ist unsere Wahrnehmung eigentlich? Eine Aus­sage ist objektiv, wenn sie neutral ist, unbeeinflusst von Vor­urteilen, Gefühlen und Interessen. Eine objektive Aussage ist demzufolge unabhängig von der Person welche diese Aussage macht. Die objektive Aussage entspricht den Tatsachen. Wir neigen oft dazu, unsere eigene Wahrnehmung von Dingen oder Ereignissen als objektiv richtig zu betrachten. Was andere von denselben Ereig­nissen oder Dingen denken, stufen wir häufig als unrichtig oder subjektiv ein.

Ein gutes Beispiel ist das Wetter: 2 Wochen lang Sonnenschein, hohe Temperaturen und keine Niederschläge gelten für viele von uns als wünschenswert und gut. Der Bauer möchte aber dazwi­schen Niederschläge, weil ihm sonst der Acker austrock­net, ältere Menschen möchten weniger hohe Lufttemperaturen, weil ihnen das Atmen schwer fällt usw. Wer ist hier objektiv? Offensichtlich hängt unsere Beurteilung des Wetters u.a. stark von dem, was wir tun wollen (baden, arbeiten auf dem Feld, arbeiten im Büro, reisen, ausruhen usw.), von unserer Stim­mung und von unserer gesund­heitlichen Verfassung ab. Genau dasselbe Wetter an einem bestimmten Tag bereitet den einen Menschen grosse Freude und den anderen Verdruss. Doch selbst bei uns selbst hängt die Beurteilung stark von unserem Vorhaben ab: Wenn wir im Büro arbeiten, stören uns 3 Tage Regen hintereinander in der Regel nicht allzu sehr. Falls wir uns in den Badeferien befinden, wün­schen wir uns aber anderes Wetter!

Lernen dank subjektiver Wahrnehmung

Persönliche Entwicklung: Wie funktioniert das Lernen? Wie weiss «das Leben» womit es uns zu unserer Entwicklung konfrontieren sollte? Wir wollen diese Fragen in den folgenden Abschnitten etwas beleuchten.

Trainingslager

Kommen wir zurück auf die eingangs gestellte Frage, wie das Respektieren der Grundrechte des Seins am besten erlernt wer­den kann. Eigentlich sind wir alle bereits daran, dies zu üben - nur sind wir uns dies in der Regel nicht bewusst. Betrachten wir des­halb die Entwicklung der Menschen:

In unserem Alltag werden wir täglich mit vielen Situationen kon­frontiert, wo wir die Grundrechte des Seins, bzw. die daraus folgenden Gesetze einhalten oder verletzen können. Dabei dürfen wir nicht zu weit suchen, jede Handlung, sogar jeder Gedanke bietet uns Gelegenheit dazu: Was kaufen wir ein, wie kochen wir, wie gehen wir mit den Mitmenschen (Partner, Kinder, Mitarbeiter, Vorgesetze) um, wie behandeln wir Tiere und Pflanzen, die Natur, usw.

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