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Sinn des Lebens

Informationen über den Sinn und die Zielsetzungen des Lebens (Lebenssinn)

Selbstbestimmungsrecht und Eigen­verant­wortung

Bei der Betrachtung der Grundlagen unseres Seins haben wir gesehen, dass die Grundrechte des Seins die persönliche Frei­heit garantieren, wir können tun oder lassen, was immer wir wollen. Andererseits sind wir aber auch verantwortlich für die Folgen von allem, was wir tun oder lassen.

Das Modell der Bewusstseins-Kugel

Das Bewusstsein können wir uns modellhaft wie eine helle Lampe vorstellen: Unser Körper stellt diese Lampe dar, welche umso heller leuchtet, je höher unser Bewusstsein ist. Diese Helligkeit unseres Bewusstseins leuchtet unsere Umgebung aus, so dass wir Zusätzliches an uns selbst und bei unserer Umgebung sehen bzw. wahrnehmen können.

Das Licht leuchtet einen ungefähr kugelförmigen Raum um uns herum voll aus. Diesen Raum bezeichnen wir im folgenden als Bewusstseins-Kugel. Alles innerhalb der Kugel können wir mit un­serem Verstand oder mit unserer Intuition klar wahr­nehmen. Ausserhalb der Bewusstseins-Kugel genügt die Helligkeit unserer Lampe nicht mehr. Je weiter weg von unse­rer Kugel sich etwas befindet, desto weniger gut können wir es deshalb wahrnehmen.

Bewusstsein

Dasselbe trifft auch auf die Wahrnehmungs- und Ausdrucks­fähig­keit im Zusammenhang mit dem Leben der Grundrechte des Seins zu. Diese Fähigkeit bezeichnen wir in der Folge als Bewusstsein. Das Wort «Bewusstsein» (bewusstes Sein) beschreibt den oben dargestellten Zusammenhang gut: Wer in einer bestimmten Tätig­keit richtig aufgeht, ist in Bezug auf alle für diese Tätigkeit nützli­chen Informationen sehr «bewusst». Er hat im Gegensatz zum weniger Geübten seine Sinne trainiert, um viel Zusätzliches auf­zunehmen und auszudrücken. Wer das Leben virtuos lebt, d.h. wer sich durch die Grundrechte des Seins in allen Situationen automatisch führen lässt, wer also die Grundrechte des Seins lebt, die Grundrechte des Seins «ist», mit dem Gesetz gewissermassen «verschmilzt», hat ebenfalls viele Sinne trainiert, welche ihm bei dieser Tätigkeit des virtuo­sen Lebens helfen bzw. dies erst ermög­lichen. Er ist in Bezug auf das Leben, auf «das Sein» bewusst geworden. Wir sagen: Er hat ein grosses Bewusst-Sein.

Wahrnehmungsfähigkeit

Wir haben gesehen, dass wir die menschliche Entwicklung mit dem Erlangen von Virtuosität in irgend einer Tätigkeit (zum Bei­spiel Musik spielen, Sport, Handwerk, usw.) vergleichen können. Die Grundrechte des Seins (gleichwertiges Recht für alle Wesen, auf der Erde zu sein, sich zu entwickeln und ihre Aufgaben aus­zuführen) müssen so stark verinnerlicht werden, dass wir in jeder Situation automatisch, ohne nachzudenken danach handeln. Wenn wir diese Entwicklung durchlaufen wollen, wird uns unser Unterbewusstsein unter anderem mit der subjektiven Wahrneh­mung (Brillenmodell) helfen, die Ursachen für Verletzungen der Grundrechte des Seins zu beseitigen. Wir lernen Schritt für Schritt und bauen so unsere Pyramide der menschlichen Entwicklung. Im Zuge unserer persönlichen Entwicklung steigt auch unsere Wahr­nehmungs­fähigkeit für alles was uns umgibt und für wichtige Zusam­menhänge im Leben. Insbesondere steigen auch unsere Fähig­keiten, für die Respektierung der Grundrechte des Seins wich­tige Informationen intuitiv wahrzunehmen und sie auszu­werten.

Entscheidungen

Unser Leben besteht aus einer Fülle von Entscheidungen: Als erstes suchen wir uns unsere Ziele aus. Wie wir im Kapitel über Zielsetzungen diskutiert haben, können wir uns auch dafür ent­scheiden, die Ziele von anderen Personen zu übernehmen oder anderen Personen bei der Erreichung ihrer Ziele zu helfen. Wenn wir mehrere nicht kompatible Zielsetzungen verfolgen, konkurrie­ren sich diese Ziele bei jeder Entscheidung. Wir wählen deshalb jeweils eine dieser nicht kompatiblen Ziel­setzungen als Leitlinie für eine Entscheidung. Dies bedeutet, dass wir eine Zielsetzung aus­wählen und die Entscheidung anhand dieser Zielsetzung treffen. Bei der nächsten Entschei­dung kann selbstverständlich wieder eine andere Zielsetzung als Leitlinie dienen. Auf jeden Fall ist es unsere eigene Ent­scheidung, welche Ziele wir anstreben.

Für jedes Ziel, welches wir anstreben wollen, können wir wiederum auswählen, wie wir das Ziel gerne erreichen möch­ten. Bei dieser Planung setzen wir uns Zwischenziele und wählen die Aufgaben­stellungen, deren Bearbeitung zum Errei­chen des Ziels führen sollen. Falls wir dies nicht selbst ent­scheiden wollen, sondern die Planung jemand anderem über­lassen, ist dies wiederum unsere eigene Entscheidung, welche wir freiwillig treffen.

Falls wir selbst keine Ziele setzen, sondern einfach Aufgaben lösen, welche an uns von anderen Personen herangetragen werden, so helfen wir automatisch mit, jene Zielsetzungen zu erreichen, aus denen diese Aufgabenstellungen hervorge­gangen sind. Indem wir diese Aufgaben annehmen, entschei­den wir uns dazu, die entsprechenden Zielsetzungen zu unter­stützen. Dies ist unsere eigene, freie Entscheidung.

Aufgaben

Bereits im vorhergehenden Kapitel haben wir gesehen, dass Auf­gaben nicht einfach von selbst auftauchen, sie sind nicht «einfach da», sondern sie folgen aus einer bestimmten Ziel­setzung aus dem persönlichen oder beruflichen Bereich. Genauso vielfältig wie die Ziele können deshalb auch die Auf­gaben sein. Die Aufgaben­stellungen entsprechen einem kon­kreten Plan, wie ein Ziel oder Teilziel erreicht werden soll.

Meistens gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um ein bestimm­tes Ziel zu erreichen. Mit der Wahl der Aufgaben planen wir unse­ren persönlichen Weg zum angestrebten Ziel. Es dürfte sich jedoch kaum um die einzige Möglichkeit han­deln, wie das Ziel erreicht werden kann, sondern einfach den in unseren Augen besten Weg. Die Kriterien, wie wir diesen besten Weg auswählen, sind selbstverständlich sehr indivi­duell.

Seine eigenen Ziele verfolgen

Unsere Zielsetzungen führen dazu, dass wir gewisse Dinge in unserem Leben tun und andere lassen. Man kann deshalb andere Personen auf einfache Art und Weise beeinflussen, wenn man ihre Zielsetzung oder zumindest die Wahl ihrer Teilziele beeinflusst. Unsere tiefe Sehnsucht nach Friede, Glücklichsein, Ruhe, Harmo­nie und Ausgeglichenheit - nach dem beschriebenen höchsten Bedürfnis aller Wesen - ist dabei zugleich auch unser Schwach­punkt:

In der Werbung wird die in uns allen steckende Sehnsucht immer raffinierter ausgenutzt: Durch die Verbindung einer Dienstleistung oder eines Produktes mit einer überglücklichen Person oder einer harmonischen Situation, soll dem Betrachter jeweils suggeriert werden: Dank dem Einsatz dieses Produktes wirst Du erfolgreich, schön, begehrt, reich, oder was auch immer werden - und dies wird Dich (auch) glücklich machen. Wir haben bereits im Kapitel über die Bedürfnisse der Men­schen kurz darauf hingewiesen.

Ziele als Hilfsmittel für den Erfolg

Mit dem Setzen von Zielen geben wir unserem Unterbewusst­sein Anweisungen, es soll uns bei der Realisierung dieser Ziele behilf­lich sein. Wir haben als Beispiel dafür im vorhergehenden Abschnitt das Brillenmodell besprochen. Das Unterbewusstsein schafft jeweils die Voraussetzungen, damit sich das gewünschte Ziel effizienter erreichen lässt. Im obigen Beispiel mit der Tochter ist daraus zum Beispiel eine gute Motivation zum Lernen in der Schule entstanden. Sie hat den Lernstoff durch eine Brille betrachtet, welche ihn interessant erscheinen liess.

Im Spitzensport setzt man seit Jahren sogenanntes mentales Training zur Erzielung von grossen Leistungen ein. Dies ist im wesentlichen genau dasselbe, wie wir hier besprechen: Das Unterbewusstsein hilft unsere Kräfte und Fähigkeiten auf ein kon­kretes Ziel zu fokussieren. Die Leistungsfähigkeit in Bezug auf das angestrebte Ziel kann dadurch enorm gesteigert werden.

Sportlern, welche zu eigentlichen Sieger-Typen werden und aus unerklärlichen Gründen eine Serie von Erfolgen aufweisen, wird deshalb häufig auch eine grosse mentale Stärke nach­gesagt. Sie wollen ihr Ziel unbedingt erreichen, sie glauben an ihren Erfolg und geben dadurch ihrem Unterbewusstsein starke Signale. Dadurch kann sie das Unterbewusstsein auch entsprechend unterstützen - und der gewünschte Erfolg stellt sich ein. Dieser Erfolg wirkt wiederum bestärkend und führt zu noch stärkerem Glaube an weitere Erfolge, was die Signale ans Unterbewusstsein verstärkt, usw.

Ziele als Selbstmotivation

Wie würden Sie reagieren, wenn Ihre 7-jährige Tochter erklärt, sie möchte Linienpilotin werden? Würden Sie sogleich ein Anmelde­formular bei der nationalen Fluggesellschaft bestel­len? In die Nähe eines Flughafens ziehen, damit sie die Tochter später häufig besuchen kann? - Wohl kaum. Sie würden sich bestimmt über das Ziel Ihrer Tochter freuen, aber ihr auch erklären, dass sie zuerst noch ein paar Jahre zur Schule gehen müsse.
Und wenn sich Ihre Tochter 10 Jahre später für ein Physik­studium oder für eine Ausbildung als Gärtnerin entscheidet, wären Sie da enttäuscht? - Kaum. Ihre Tochter hat sich in der Zwischenzeit weiter entwickelt. Vielleicht gerade dank Ihrer Zielsetzung, Pilotin zu werden, hat sie sich entwickelt. Es war ihr bewusst: «Wenn ich Pilotin werden will, muss ich aufmerk­sam sein in der Schule». Deshalb hat sie sich engagiert, hat im eigenen Interesse - ohne äusseren Druck - gelernt.

Das Ziel Pilotin zu werden, hat ihr geholfen sich zu entwickeln, obwohl sie dieses Ziel nicht in die Realität umsetzt. Dies ist im Alltag häufig der Fall: Zielsetzungen dienen uns als Beweg­grund, etwas zu tun. Eine langfristige Zielsetzung wird sinn­vollerweise in Zwischenziele aufgeteilt, welche rascher erreicht werden können. Die Erfolgserlebnisse beim Erreichen von Zwischenzielen können zusätzlich motivierend wirken.

Konzentration der Kräfte

Die Energie oder Kraft, welche uns für die persönliche Entwicklung zur Verfügung steht, können wir grundsätzlich frei nach unseren eigenen Wünschen auf verschiedene Ziele aufteilen. Jemand kann zum Beispiel 20% für Fähigkeiten zur Erhöhung des mate­riellen Reichtums, 50% für Fähigkeiten zur Erlangung von Macht über Andere und die restlichen 30% für Fähigkeiten zur Erhöhung des persönlichen Ansehens innerhalb der Gesell­schaft einsetzen. Solange sich die Ziel­setzun­gen nicht wider­sprechen, werden sich die Fähigkeiten ent­sprechend der ein­ge­setz­ten Menge an Energie entwickeln.
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