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Sinn des Lebens

Informationen über den Sinn und die Zielsetzungen des Lebens (Lebenssinn)

Wechselwirkung zwischen Zielset­zung und Fähigkeiten

Im täglichen Leben stellen wir fest, dass jemand, welcher bereits gut Fussball spielen kann, in aller Regel sehr gerne Fussball spielt und seine fussballerischen Fähigkeiten laufend verbessern möchte. Wenn ein guter Programmierer die Aus­wahl hat zwischen der Mitarbeit an einem zukunftsweisenden Softwareprojekt und der Mitarbeit in einem Gemüseladen, sind die Chancen meistens wesentlich grösser, dass der Program­mierer seiner Sparte treu bleibt uns sich darin weiter entwic­keln möchte. Analoges gilt für praktisch alle Fähigkeiten: Wenn wir etwas bereits gut können, ist die Motivation gross, dieses Können einzusetzen und zu ver­bessern.

Mein persönlicher Beitrag

Die Erweiterung des Bewusstseins ist nur durch das Lösen von Aufgaben möglich, welche dem aktuellen Trainingsstand ange­passt sind. Das Anpacken von «zu schwierigen» Aufgaben führt nicht etwa zu einer Beschleunigung der Entwicklung, sondern im Gegenteil zu einer Verlangsamung, evtl. sogar zum Stillstand oder zu Rückschritten. Dasselbe gilt auch bei zu geringen Anforderun­gen.

Bei praktisch jedem anderen Training leuchtet uns dies sofort ein: Ein Musikschüler, welcher zwischendurch ein für ihn zu schwieri­ges Stück erlernt, wird dadurch nicht schnellere Lern­fortschritte machen als ein anderer Musikschüler, welcher nur dem aktuellen Können angepasste Stücke spielt. Wenn ein guter Klavierspieler nur noch ganz einfache Stücke einhändig spielt, verliert er mit der Zeit seine Fähigkeiten für die zweite Hand: Er macht Rückschritte bzw. verlernt das beidhändige Klavierspiel. Ein Autofahrer, welcher auch mit einem Formel 1 Rennwagen fährt, wird dadurch nicht zu einem besseren Auto­fahrer. Für einen Sportler, welcher auf einer Strecke von 5 km trainiert, bringt die Absolvierung eines Mara­thons von 42 km Länge keine Vorteile für seine 5 km lange Strecke, selbst dann nicht, wenn er den Marathon in einer sehr guten Zeit absolviert hat.

Mitverantwortung

Wie sieht es aus, wenn Aufgaben durch eine Gruppe von Per­so­nen wahrgenommen werden. Wer trägt die Verantwortung für die Entscheidungen? Gibt es eine kollektive Mit-Verant­wortung? Wie weit reicht die Verantwortung in einer Gruppe bei einer Kausal­kette von Folgen? Kann die Verantwortung aufgeteilt werden?

Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: An den Verant­wort­lichkeiten ändert sich nichts. Jede Person ist für die Folgen ihrer Entscheidungen verantwortlich, welche ihrem Bewusst­sein ent­sprechen, bzw. mit dem Kugelmodell dagestellt, für alle Folgen, welche sich innerhalb ihrer Bewusstseins-Kugel befin­den. Die Mit­verantwortung in einer Gruppe oder Firma hängt demzufolge nicht primär von der Position in der Hierarchie ab, sondern von der persönlichen Entwicklung des einzelnen Mit­arbeiters. Um noch­mals auf das Beispiel mit der Lieferung von Komponenten für Kriegsgeräte zurückzukommen, wäre es also theoretisch denkbar, dass die Putzfrau eine Mitverantwortung trägt und die Geschäfts­leitung nicht - nämlich dann, wenn die Putzfrau persönlich ent­sprechend weiter entwickelt ist, also ein höheres Bewusstsein hat, als die Mitglieder der Geschäfts­leitung.

Folgen der Überforderung mit einer Aufgabe

Der Ausführende behindert mit der Ausführung einer für ihn zu anspruchsvollen Aufgabe vorerst einmal seine eigene Ent­wicklung. Wir haben bei der Betrachtung der Entwicklung der Menschen gesehen, dass eine Weiterentwicklung nur schritt­weise möglich ist. Wie bei einer Pyramide müssen die einzel­nen Steine und Lagen symmetrisch der Reihe nach aufeinander geschichtet werden. Wer sich mit einer Aufgabe überfordert, versucht Steine in die Pyra­mide einzufügen, wo die darunter liegenden Steine noch fehlen oder nicht richtig befestigt sind. Man kann nicht einzelne Bausteine auslassen und erst nach­träglich einfügen! Ein solcher Versuch ist reine Zeitverschwen­dung.

Konsequenzen bei der Annahme von Aufgaben:

Da grundsätzlich jede denkbare Aufgabe zur persönlichen Weiter­entwicklung einer Person dienen kann (und sollte), wollen wir in der Folge das Übernehmen von Aufgaben unter diesem Gesichts­punkt betrachten. Jedermann kann selbst ent­scheiden, ob er eine bestimmte Aufgabe annehmen und aus­führen will. Bevor eine Auf­gabe angenommen wird, sollte man aber unbedingt überprüfen, ob die Aufgabe zu einem passt, d.h. einerseits ob sie mit den persön­lichen Zielsetzungen ver­träglich ist und andererseits ob man die für die Bearbeitung notwendigen Fähigkeiten hat. Damit sind nicht nur handwerk­liche oder intellektuelle Fähigkeiten, sondern insbe­sondere auch das Bewusstsein gemeint. Wer eine Aufgabe annimmt, ist verantwortlich für die Kontrolle, ob er die Fähigkeiten hat, die Aufgabe zu lösen.

Dies ist eine Folge der Selbstverantwortung: Jeder muss frei und selbständig entscheiden können, ob er eine bestimmte Aufgabe annehmen will oder nicht. Man kann ja nicht jeman­dem eine Auf­gabe aufzwingen und ihn nachher für die Folgen verantwortlich machen!

Verantwortung ist etwas Individuelles

Die Fähigkeit seine Verantwortung wahrzunehmen, haben wir als Verantwortungsbewusstsein bezeichnet. Das Verantwor­tungs­bewusstsein kann nicht grösser sein als das Bewusstsein, da das entsprechende Bewusstsein ja die Grundlage für das Wahrneh­men der möglichen Folgen von Entscheidungen dar­stellt.

Die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Verantwortung ist inner­halb der Bewusstseins-Kugel vorhanden, ob sie auch wahr­genommen wird, entscheidet die betreffende Person in jedem Falle selbst. Man kann die diesbezüglichen Informationen bzw. Sinne auch ignorieren. Selbst wenn ich wegschaue, um die Folgen meiner Entscheidung nicht sehen zu müssen, bin ich deswegen natürlich trotzdem für diese Folgen verantwortlich! Vorderhand nehmen wir aber an, dass die Verantwortung jeweils voll wahrgenommen wird.

Wenn ich die Folgen einer Entscheidung nicht abschätzen kann

Wir haben zuvor das Bewusstsein modellhaft als eine weisse Kugel um unseren Körper dargestellt. Je grösser das Bewusst­sein einer Person ist, desto grösser ist der Durchmesser dieser Bewusstseins-Kugel. Mit diesem Modell sind wir verantwort­lich für alle Folgen unserer Entscheidungen, welche sich inner­halb unse­rer Bewusstseins-Kugel befinden. Das Licht unseres Bewusstseins leuchtet hier ganz hell, so dass wir innerhalb dieser Kugel die Folgen unserer Entscheidungen sehen bzw. wahrnehmen können.

Man könnte deshalb auf die Idee kommen, sehr weitreichende Entscheidungen durch Personen mit einem geringen Bewusst­sein ausführen zu lassen, da diese ja dann für die Folgen scheinbar nicht verantwortlich wären. Dies wäre aber aus meh­reren Gründen nicht sinnvoll:

Das Prinzip der Selbstverantwortung

Fassen wir das bisher diskutierte zusammen: Aus den Grund­rechten des Seins erhält jedes Wesen das gleichwertige Recht zu leben, sich zu entwickeln und seine Aufgaben auszuführen. Jedes Wesen kann somit selbst entscheiden, was es tun oder lassen will (Prinzip der Selbstbestimmung). Wer selbst frei entscheiden darf, was er tun oder lassen will, ist selbstver­ständlich auch verantwort­lich für die Folgen seiner Entschei­dungen. Wer soll denn sonst für die Folgen einer Entscheidung verantwortlich sein, wenn jemand frei entscheiden konnte? Aus dem Prinzip der Selbstbestimmung folgt deshalb das folgende Prinzip der Selbstverantwortung:
Jede Person trägt entsprechend ihrem Bewusstsein die Ver­antwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen.

Weshalb wir etwas tun, ist für das Leben der Grundrechte des Seins unerheblich. Wir haben entschieden, es zu tun. Dies genügt. Es gibt keinen Unterschied, ob ich töte, weil mir dies befohlen wurde oder ob ich dies aus eigenem Antrieb tue. Ich habe es getan. Deshalb bin ich verantwortlich dafür.

Wie weit reicht unsere Verantwortung? Verant­wortungs­bewusstsein

Mit dem schönen Wort Verantwortungsbewusstsein bezeich­nen wir die Fähigkeit einer Person, mit seiner Verantwortung bewusst umzugehen. Je besser jemand die Folgen seiner Ent­scheidungen - bewusst oder unbewusst - im voraus in Betracht zieht und ent­sprechend handelt, desto verantwortungs­bewusster ist diese Per­son.

Wie bereits im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, löst eine Ent­scheidung von uns oft weitere Ereignisse aus. Ein weiteres Beispiel aus der (Familien-) Praxis: Die Katze jagt einen Vogel, die Besitzerin gibt ihr als Strafe nichts zu fressen, die Katze stiehlt darauf hin das zum Mittagessen bereit liegende Fleisch vom Tisch und wirft dabei auch noch die Schüssel mit den Teigwaren um, die Familie reagiert gereizt, die Kinder begin­nen zu streiten, usw.

Verantwortung tragen

Unser Dasein auf der Erde, unsere Taten, Worte, Gedanken, ja allein schon unsere Lebensvorgänge erzeugen eine bestimmte Wirkung in unserer Umgebung. Durch unsere Atmung wan­deln wir zum Beispiel Sauerstoff in Kohlendioxid um, unsere Haut ver­dunstet Wasser, mit unseren Füssen erzeugen wir einen Druck auf den Erdboden. Wenn wir in einem Laden Lebensmittel einkaufen und mit Geld bezahlen erzeugen wir damit ebenfalls eine bestimmte Wirkung.

Auch für diese Wirkungen tragen wir die Verantwortung. Anhand der oben erwähnten Beispiele dürfte klar werden, dass «die Ver­antwortung tragen» oder «verantwortlich sein» à priori weder posi­tiv noch negativ ist. Es handelt sich um eine wertfreie Aussage.

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